Erweiterte Analyse des Beitrags „Warum über Schlesien bis heute geschwiegen wird“
„Diese Region gehörte über Jahrhunderte zu den wichtigsten Kulturräumen Mitteleuropas. Nach 1945 verschwand Schlesien nahezu vollständig aus dem öffentlichen Bewusstsein. In Deutschland gilt das Thema als heikel, in Polen als abgeschlossen. Doch über was genau wird geschwiegen? Dieses Video beleuchtet die verdrängte Geschichte Schlesiens, die deutschen Ostgebiete, den Bevölkerungsaustausch nach 1945, Flucht und Vertreibung, Erinnerungspolitik in Deutschland und Polen, Niederschlesien und Oberschlesien, Breslau/Wrocław, Identität, Schuld, Schweigen und nationale Narrative. Warum passt Schlesien bis heute in kein einfaches Geschichtsbild – und warum bleibt diese Vergangenheit so angespannt?“
Aus der Beschreibung des Beitrags auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=pqpwZyWlBEo, auf Telegram: https://t.me/schlesien_szlonsk/24411
Zur Vorgehensweise
Es werden nur einige ausgewählte Aussagen aus dem Videobeitrag besprochen.
Bereits in der Einleitung wird das zentrale Problem deutlich: Wie muss die Wortwahl und Ausdrucksweise beschaffen sein, um die tatsächlichen Vorgänge zutreffend zu beschreiben? Ist die Verwendung einer direkten, gelegentlich emotionalisierten Sprache zulässig oder muss sie in jedem Fall vermieden werden? In den etablierten Medien wird bei der Diskussion über die Verbrechen des NS-Regimes, die meist pauschal den „Deutschen” angelastet werden, stets hart und kompromisslos argumentiert.
Bei Verbrechen an Deutschen wird dagegen in der Regel sehr vorsichtig und „weichgespült“ formuliert. Der besprochene Beitrag folgt dieser Art der unterschiedlichen Betrachtung, die davon abhängt, wer Täter und wer Opfer war.
Die gewählte Ausdrucksweise hat in jedem Fall einen starken Einfluss darauf, welche Schlussfolgerungen aus einer Schilderung gezogen werden.
„Diese Region gehörte über Jahrhunderte zu den wichtigsten Kulturräumen Mitteleuropas.”
Tatsächlich gehörte Schlesien lange Zeit zu den wichtigsten Regionen Mitteleuropas. Das ist ein besonders bedeutsamer Aspekt. Im weiteren Verlauf der Beschreibung fällt der Begriff „Bevölkerungsaustausch nach 1945”. In der Einführung zu diesem schwierigen Thema ist diese neutrale Bezeichnung noch akzeptabel, später sollte sie jedoch nicht mehr ohne Weiteres verwendet werden.
„Warum bleibt diese Vergangenheit so angespannt?“ Diese Frage ist durchaus berechtigt. Ich bin schon neugierig auf die Antwort im Beitrag.
Ein Einschub
Vor einigen Jahren habe ich mit einem Arbeitskollegen über die Nachkriegsgeschichte und ihre Abläufe gesprochen. Im Laufe des Gesprächs erwähnte er: „Meine Mutter ist auch geflüchtet.“ „Geflüchtet oder wurde vertrieben?“, fragte ich zurück. Seine Antwort:
Ja, genau genommen wurde sie, als sie vier Jahre alt war, zusammen mit dem ganzen Ort aus dem Sudetenland von den Tschechen vertrieben. Die Vertreibung des ganzen Ortes aus dem Umland von Reichenberg wurde an einem Tag vollzogen. Die Tschechen gaben allen eine Stunde Zeit, um ein Handgepäck von maximal 10 kg zusammenzupacken, dann ging es los zum Bahnhof. Bevor sie in die Güterzugwaggons einsteigen durften, wurden alle nach verwertbaren Gegenständen, Schmuck, Gold und Ähnlichem durchsucht. Wenn etwas gefunden wurde, wurde es sofort weggenommen. Dabei kam Gewalt zum Einsatz. Alles geschah unter Zwang und unter Aufsicht einer bewaffneten Einheit. Über Vergewaltigungen hat er nicht gesprochen. In den Güterwaggons wurden die Sudetendeutschen zusammen mit der vierjährigen Mutter des Kollegen aus dem Land gebracht. Die Überfahrt dauerte lange, wodurch sich viele Härten ergaben. Die Menschen litten unter Durst, Hunger und Kälte. Es gab Hygieneprobleme und kranke Leute. Kleine Kinder schrien nach Milch. Ich kann nicht sagen, wie viele Menschen dabei ums Leben gekommen sind. Bei einem solchen Gewaltakt gibt es immer Opfer zu beklagen.
Nachgeschichte: Nach der Wende besuchte der Bekannte die Ortschaft. Alles war dem Zerfall preisgegeben. Die Hunderte von Jahren des mühsamen Aufbaus waren durch die verbrecherische Vertreibung zunichte gemacht worden.
Nur weil ich genau wissen wollte, was sich hinter dem Wort „Flüchtling” verbirgt, hat mir der Kollege die detaillierte Geschichte von der Vertreibung seiner mütterlichen Familie aus dem Sudetenland erzählt. Worte haben eine Bedeutung. Werden sie geändert, kann sich unter bestimmten Umständen die Kernaussage der gesamten Erzählung verändern.
Dies unterstreicht die enorme Relevanz der verwendeten Formulierungen. Andernfalls werden wir falsch informiert und viele Fakten gehen verloren. Wenn Sprache bewusst manipuliert wird, ist das ein Betrug an der geschichtlichen Wahrheit. Und Betrug ist keine Bagatelle.
Eine ähnlich dramatische Beschreibung der Vertreibung aus Gleiwitz erzählte der Schriftsteller Wolfgang Bittner https://www.wolfgangbittner.de/, Seine Schilderung des verbrecherischen Vorgangs ist sehr ergreifend.
Zeitzeuge Bittner über Vertreibungen: „Am meisten haben die Frauen gelitten“
t.me/schlesien_szlonsk/14859
t.me/schlesien_szlonsk/14855
auf1.tv/stefan-magnet-auf1/vertuschter-voelkermord-jetzt-sprechen-die-letzten-zeugen
Aus rechtlicher Sicht hat die jeweilige Wortwahl eine erhebliche Bedeutung: „Besitz“ ist nicht gleich „Eigentum“, „Entwendung“ ist nicht gleich „Diebstahl“ (https://bau.com/presse/thema-diebstahl), „Mord“ ist nicht gleich „Totschlag“ und „Vertreibung“ ist weder „Bevölkerungsaustausch“ noch „Flucht“. Die Bedeutung der Worte ist in Gesetzen und im internationalen Recht vordefiniert und verankert. Auf diese Unterschiede kommt es an. Hinter den Begriffen verbergen sich auch die Absichten. Juristisch gesehen wird den wahren Absichten große Bedeutung zugemessen.
Warum werden geschichtliche Fakten so schlampig ermittelt und ebenso schlampig darüber berichtet, wenn es darum geht, die deutsche Schuld und Verantwortung zu hinterfragen? Den Deutschen werden stets böse Absichten unterstellt. Deshalb gab es lange vor der Erstellung des Hollywood-Films „Schindlers Liste” eine ernst gemeinte Debatte, der ich Anfang der 90er Jahre aufmerksam gefolgt bin. Kern der Debatte war die Frage, ob man einem Deutschen Gutes zutrauen darf, wo doch allgemein bekannt ist, dass die Deutschen einen im Volk verankerten Vernichtungswillen aufweisen.
Mit seiner „wissenschaftlichen” Studie über die Vollstrecker des Holocaust hat Daniel Goldhagen eine hitzige Debatte über die „ganz gewöhnlichen Deutschen” als Täter entfacht. Seine These:
„Schon lange vor Hitler war der Antisemitismus tief verwurzelt in der deutschen Gesellschaft. Es waren nicht nur einige SS-Leute, sondern ganz gewöhnliche Deutsche, die millionenfach Juden erniedrigten und ermordeten“ https://content.penguinrandomhouse.de/content/edition/excerpts_extended/Leseprobe_978-3-570-55184-4.pdf. „Was darauf folgte, war eine monatelange gesamtgesellschaftliche Auseinandersetzung vor allem der Deutschen mit den Ursachen des Holocaust.“ https://www.deutschlandfunkkultur.de/die-goldhagen-debatte-vor-20-jahren-das-buch-hitlers-100.html Dass diese Debatte biologisch-rassistische Züge trug, ist damals niemandem aufgefallen.
Den Deutschen werden ständig Absichten unterstellt, die nur in eine Richtung ausgelegt werden können. So entstehen allgemein gültige Erklärungsmuster, denen die etablierten Medien anschließend folgen. Die wahren Absichten könnten durch die Offenlegung der Fakten bewiesen werden. Doch leider bleiben die Archive der Siegermächte weiterhin verschlossen. Auch die deutschen Archive stehen unter alliierter Aufsicht, sodass nur eine selektive Auswahl von Dokumenten an die Öffentlichkeit gelangt. Falls es kein passendes Dokument gibt, lässt sich schnell eines erstellen. Die Beweise für die Fälschung geschichtlicher Dokumente sind zahlreich.
Die Sprache steuert alles, sei es im politischen, beruflichen oder privaten Leben. Auch im besprochenen Videobericht spielen die Bilder keine Rolle. Es kommt allein auf den Text an. Nur der Text kann etwas rechtfertigen oder offenlegen. Er trägt den gesamten Inhalt. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass die alliierte Zensur nach dem Krieg für alle Formen der Kommunikation galt. Am Anfang war das Wort. Absichten, Gefühle, Wahrheit oder Betrug werden durch Sprache vermittelt.
Sind die Worte unwahr, unausgewogen oder tendenziös, muss der gesamte Bericht als Fortsetzung der Nachkriegspropaganda bewertet werden.
Aus rechtlicher Sicht hat die jeweilige Wortwahl eine erhebliche Bedeutung: „Besitz“ ist nicht gleich „Eigentum“, „Entwendung“ ist nicht gleich „Diebstahl“ (https://bau.com/presse/thema-diebstahl), „Mord“ ist nicht gleich „Totschlag“ und „Vertreibung“ ist weder „Bevölkerungsaustausch“ noch „Flucht“. Die Bedeutung der Worte ist in Gesetzen und im internationalen Recht vordefiniert und verankert. Auf diese Unterschiede kommt es an. Hinter den Begriffen verbergen sich auch die Absichten. Juristisch gesehen wird den wahren Absichten große Bedeutung zugemessen.
Warum werden geschichtliche Fakten so schlampig ermittelt und ebenso schlampig darüber berichtet, wenn es darum geht, die deutsche Schuld und Verantwortung zu hinterfragen? Den Deutschen werden stets böse Absichten unterstellt. Deshalb gab es lange vor der Erstellung des Hollywood-Films „Schindlers Liste” eine ernst gemeinte Debatte, der ich Anfang der 90er Jahre aufmerksam gefolgt bin. Kern der Debatte war die Frage, ob man einem Deutschen Gutes zutrauen darf, wo doch allgemein bekannt ist, dass die Deutschen einen im Volk verankerten Vernichtungswillen aufweisen.
Mit seiner „wissenschaftlichen” Studie über die Vollstrecker des Holocaust hat Daniel Goldhagen eine hitzige Debatte über die „ganz gewöhnlichen Deutschen” als Täter entfacht. Seine These:
„Schon lange vor Hitler war der Antisemitismus tief verwurzelt in der deutschen Gesellschaft. Es waren nicht nur einige SS-Leute, sondern ganz gewöhnliche Deutsche, die millionenfach Juden erniedrigten und ermordeten“ https://content.penguinrandomhouse.de/content/edition/excerpts_extended/Leseprobe_978-3-570-55184-4.pdf. „Was darauf folgte, war eine monatelange gesamtgesellschaftliche Auseinandersetzung vor allem der Deutschen mit den Ursachen des Holocaust.“ https://www.deutschlandfunkkultur.de/die-goldhagen-debatte-vor-20-jahren-das-buch-hitlers-100.html Dass diese Debatte biologisch-rassistische Züge trug, ist damals niemandem aufgefallen.
Den Deutschen werden ständig Absichten unterstellt, die nur in eine Richtung ausgelegt werden können. So entstehen allgemein gültige Erklärungsmuster, denen die etablierten Medien anschließend folgen. Die wahren Absichten könnten durch die Offenlegung der Fakten bewiesen werden. Doch leider bleiben die Archive der Siegermächte weiterhin verschlossen. Auch die deutschen Archive stehen unter alliierter Aufsicht, sodass nur eine selektive Auswahl von Dokumenten an die Öffentlichkeit gelangt. Falls es kein passendes Dokument gibt, lässt sich schnell eines erstellen. Die Beweise für die Fälschung geschichtlicher Dokumente sind zahlreich.
Die Sprache steuert alles, sei es im politischen, beruflichen oder privaten Leben. Auch im besprochenen Videobericht spielen die Bilder keine Rolle. Es kommt allein auf den Text an. Nur der Text kann etwas rechtfertigen oder offenlegen. Er trägt den gesamten Inhalt. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass die alliierte Zensur nach dem Krieg für alle Formen der Kommunikation galt. Am Anfang war das Wort. Absichten, Gefühle, Wahrheit oder Betrug werden durch Sprache vermittelt.
Sind die Worte unwahr, unausgewogen oder tendenziös, muss der gesamte Bericht als Fortsetzung der Nachkriegspropaganda bewertet werden.
Zur Sache
Der Beschreibung eines Zustands liegt stets eine Absicht zugrunde. Welche Absicht hat den Autor des zu Beginn verlinkten Berichts geleitet?
1. „Über Schlesien wird heute kaum noch gesprochen. Nach 1945 gilt Schlesien in Deutschland als ein heikles Thema.“ Ja, leider ja, aber warum? Die Antwort darauf wäre sehr aufschlussreich.
2. Schlesien wird „in Polen als abgeschlossene Vergangenheit.“ betrachtet. Die Polen haben rechtlich alles erreicht, was sie beabsichtigt hatten. Deshalb haben sie nicht mehr vor, gesondert über Schlesien zu sprechen. In Polen wird Regionalismus mit politischen Maßnahmen unterbunden. Es zählt der Zentralismus nach französischem Vorbild. Die Bewegung für die Autonomie Schlesiens leidet sehr darunter.
3. „Die Geschichte dieser Regin passt heute in kein einfaches Geschichtsbild und vielleicht deshalb wird sie heute ausgeblendet.“ Nein, sie wird nicht deshalb ausgeblendet, sondern nur, weil die Deutschen nach 1945 als „bedingt kapituliertes Land“ (offizielles Kriegsziel der Alliierten) militärisch gezwungen wurden, alle Bestimmungen der Siegermächte zu akzeptieren. Eine Landanexion mit der Vertreibung der einheimischen Bevölkerung lässt sich in keiner Weise als „gerecht“ darstellen. Also blieb nur die Verdrängung der Tatsachen als Ausweg aus dem Dilemma.
4. „Schlesien war über Jahrhunderte ein Raum, in dem politische Zugehörigkeit wechselte, während der Alltag der Menschen weiter lief.“
Das scheint zwar richtig, ist aber streng genommen falsch. So ist es immer und überall. Der Einfluss der polnischen Könige in Schlesien war nur von kurzer Dauer und endete im 14. Jahrhundert endgültig. Die lange, stabile Westgrenze Polens verlief einige Kilometer östlich von Krakau, weshalb die Stadt über viele Jahrhunderte hinweg eine Grenzstadt war. Preußen besiegte Österreich im Schlesischen Krieg im 18. Jahrhundert und übernahm Schlesien. Allerdings fand dieser Krieg innerhalb der Grenzen des damaligen Deutschen Reiches statt. Kulturraum, Sprachen und Bevölkerung haben dadurch nicht gelitten und die Außengrenzen wurden nicht tangiert.
Der polnische Anspruch auf Schlesien, der bereits lange vor 1918 angemeldet wurde (siehe Polens Westgedanke), war unbegründet und ist als aggressive Haltung gegenüber Deutschland zu werten. Bei allen angestrebten Grenzkorrekturen dürfen nur ethnische Argumente eine Rolle spielen. Im Falle Niederschlesiens lag diese Sachlage im Jahr 1910 eindeutig nicht vor. In Oberschlesien lebte zwar eine Bevölkerung mit slawischer Muttersprache (Slonzoki), jedoch keine Polen. Allgemeine Hinweise auf die Geschichte anderer Grenzregionen sind für den Fall Schlesiens irrelevant. Was soll dieser Hinweis bewirken? Nichts darf eine Gewaltanwendung rechtfertigen. Bei der Bewertung der Gerechtigkeit eines Anspruchs darf eine längst abgeschlossene geschichtliche Zeitperiode nie eine Rolle spielen.
5. „… während der Alltag der Menschen weiter lief.“ Das war schon immer so. Was soll dieser Satz rechtfertigen?
6. „Für viele Generationen spielte es kaum eine Rolle, welchem Staat sie angehörten.“ Alle Völker der Welt hatten und haben immer andere Alltagssorgen. Die staatstragenden und politisch wirksamen Schichten in Nieder- und Oberschlesien waren jedoch stets deutsch geprägt.
7. „In Deutschland ist dieses Unbehagen eng mit der Erfahrung von 1945 verbunden. Der Verlust der Ostgebiete steht symbolisch für das Ende einer Epoche, die mit dem Natinalsozialistischen Vernichtungskrieg verknüpft ist.“ Ein Unbehagen? Nur ein Unbehagen? Unbehagen bedeutet „ein unangenehmes, störendes oder hervorrufendes Gefühl“. War die Vertreibung der Ostdeutschen wirklich nur mit einem „unangenehmen und störenden Gefühl“ verbunden? Was für eine verlogene Sprachakrobatik!
8. „ Der Verlust der Ostgebiete steht symbolisch für das Ende einer Epoche“
Wie bitte? „Symbolisch für das Ende einer Epoche?“ Welche Epoche und welche Symbolik sind damit gemeint? Die Symbolik des Nicht-wiedersehen-Könnens des vom Großvater vererbten Hauses und Hofes? Der Akt der Entrechtung, Enteignung und Vertreibung war nicht „symbolisch“, sondern real. Der Rausschmiss aus dem schlesischen Paradies war nicht symbolisch gemeint! Auch der Hinweis, dass die Vertreibung durch den NS-Vernichtungskrieg verursacht wurde, ist zwar politisch korrekt aber nicht richtig. Der Krieg ging der Vertreibung nur voraus. Die Polen schützen ihre eigenen Interessen und sehen vieles anders. Warum müssen die Deutschen den Polen immer folgen? Haben die Deutschen keine eigenen Interessen?
9. „Die Sorge, historische Darstellung könnte als politische Forderung missverstanden werden, prägt den Diskurs bis heute.“
Wer sollte sich darüber Sorgen machen? Jeder darf Video-Berichte drehen, wie er möchte. Einzig darf niemand das NS-System befürworten oder zum Krieg aufrufen – ausgenommen der Krieg in der Ukraine, hierfür ist sogar „Kriegstüchtigkeit” erwünscht. Außerdem dürfen keine rassistischen Äußerungen getätigt werden. Wenn der polnische Staatspräsident nach 80 Jahren mit Nachdruck 1,3 Billionen Kriegsentschädigung von den Deutschen verlangt, warum sollten sich die Deutschen dann Sorgen machen, etwas zu sagen, was den Polen nicht gefallen wird? Was ist mit den Sorgen gemeint? Die Polen dürfen sich keine Sorgen machen, aber die Deutschen sollen endlich zahlen? Ich verstehe diese Art der Kommentierung überhaupt nicht.
10. „Diese Form von Geschichte wirkt im Nachhinein irritierend, weil sie das Bild einer klaren Trennung zwischen Tätern und Opfern aufweicht.“
Genau darin liegt das Problem. Polen beharrt auf der Alleinvertretung der Opferrolle in den deutsch-polnischen Beziehungen. In Bezug auf die polnisch-jüdische Erinnerung muss Polen jedoch seine Opferrolle aufgeben, denn dann fungieren die Polen selbst als Täter. Im Verhältnis zu Deutschland sind Polen jedoch die ewigen Opfer und die Deutschen die ständigen Täter. Wer hat sich diesen billigen, verlogenen Kommentar überhaupt ausgedacht? Jeder Abiturient weiß, dass das Leben sich nie nach solchen Schwarz-Weiß-Mustern abspielt. Als Land der ewigen Opfer verlangt Polen neue Kriegsreparationen von Deutschland. Und niemand sagt laut und deutlich, dass die Polen sowohl Opfer als auch Täter sind, wie übrigens auch die Deutschen. Einfach ist es nur in der Kirche, wenn jemand an Dogmen festhält.
11. U.s.w, u.s.f …
Text des Beitrags im Original
Fragment
„Über Schlesien wird heute kaum noch gesprochen …
Nach 1945 .. gilt in Deutschland Schlesien als ein heikles Thema. In Polen als abgeschlossene Vergangenheit. Die Geschichte dieser Region passt heute in kein einfaches Geschichtsbild und vielleicht deshalb wird sie heute ausgeblendet. …
Schlesien war über Jahrhunderten ein Raum, in dem politische Zugehörigkeit wechselte, während der Alltag der Menschen weiter lief. Für viele Generationen spielt es kaum eine Rolle, welchem Staat sie angehörten. Entscheidend war Arbeit, Familie, Religion und reginale Bindung. Diese Form von Geschichte lässt sich nur schwer in nationale Kategorien übersetzen. … In Deutschland ist dieses Unbehagen eng mit der Erfahrung von 1945 verbunden. Der Verlust der Ostgebiete steht symbolisch für das Ende einer Epoche, die mit dem nationalsozialistischen Vernichtungskrieg verknüpft ist. Jeder Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte Schlesiens bewegt sich in einem Spannungsfeld zwischen Erinnerung und Rechtefertigungsverdacht. Die Sorge historische Darstellung könne als politischen Forderung missverstanden werden, prägt den Diskurs bis heute. Diese Angst führt dazu, dass viele Themen gar nicht erst angesprochen werden. Geschwiegen wird in Deutschland vor allem über Normalität, über ein Leben, das über Generatinen hinweg existierte, ohne permanent politisch aufgeladen zu sein, über Städte, die nicht als Symbole von Herrschaft dienten, sondern als Lebensräume funktionierten, über Menschen, deren Identität nicht primär national definiert war. Diese Form von Geschichte wirkt im Nachhinein iritierend, weil sie das Bild einer klaren Trennung zwischen Tätern und Opfern aufweicht. Schlesien zeigt, dass Geschichte aus Kontinuitäten besteht, die nicht einfach mit einem politischen Einschnitt verschwinden. Hinzu kommt, dass die Vertreibung der Deutschen Bevölkerung aus Schlesien in Deutschland lange Zeit nur eingeschränkt thematisiert wurde. Das Thema galt als moralisch heikel, da es in direkten Zusammenhang mit dem Verbrechen des nationalsozialistischen Staates stand. Diese Zurückhaltung führte dazu dass Vertreibung oft entkontextualisiert oder emotional isolier behandelt wurde.
Die Geschichte der Region vor dem Krieg blieb dabei außen vor. Schlesien reduzierte sich im öffentlichen Gedächtnis auf seinen Verlust. (2:59)
https://t.me/schlesien_szlonsk/24411
https://t.me/schlesien_szlonsk/24517
https://t.me/schlesien_szlonsk/24540

