Was in einer Reportage nicht zur Sprache kam

In der deutschen Reportage „Polen auf deutschen Spuren – verhasst, vergessen, wiederentdeckt“, wird über das wachsende Interesse der Polen an der Vorgeschichte der ehemals deutschen Ostgebiete berichtet. Diese wurden 1945 im Rahmen der Potsdamer Gespräche „Polen zur Verwaltung“ unterstellt.

In dem Film, der in der ARD-Mediathek, unter https://t.me/schlesien_szlonsk/25194 oder unter https://www.youtube.com/watch?v=uFF_bV8JYUA abrufbar ist, wird der Frage nachgegangen, „was von der deutschen Geschichte dieser Orte heute geblieben ist. Die Dokumentation begleitet junge Polinnen und Polen, die sich offen, engagiert und ohne Scheu vor schwierigen Themen mit dem deutsch-polnischen Erbe auseinandersetzen. Was lange verdrängt wurde, rückt nun ins Zentrum des Interesses.“ (Erstveröffentlichung: 28.06.2023/rbb)

Um die Verantwortung der Polen für die historischen Ereignisse in den Ostgebieten zu relativieren, wird in dem Film erneut die sogenannte „Kompensationstheorie” aufgegriffen. Diese besagt, dass Polen die ostdeutschen Gebiete als Kompensation für die im Osten verlorenen Gebiete erhalten habe. Im damaligen polnischen Osten waren die Polen eine Minderheit unter Ukrainern und Weißrussen. Die Polen forcierten die Vertreibung der Ostdeutschen viele Monate vor den Potsdamer Gesprächen, um dort behaupten zu können, die Ostdeutschen hätten die Ostgebiete bereits aufgegeben. Dabei wurde gar nicht angesprochen, ob ein solcher Anspruch rechtlich und moralisch überhaupt vertretbar ist. (https://silesiaweb.net/anmerkungen-zur-landentschaedigung/)

Die Schlesier waren keine „Indianer“, die umhergewandert sind. Die Schlesier, deren Herkunft ursprünglich germanisch, später slawisch und schließlich deutsch war, erschlossen Schlesien, machten den schlesischen Urwald urbar und gründeten viele Städte. Sie lebten ruhig und glücklich in ihrer angestammten Heimat. Sie heirateten, bauten prächtige Häuser und überstanden schwere Zeiten, wie in Hauptmanns „Die Weber” beschrieben. So brachten sie Schlesien schließlich zu architektonischer und kultureller Blüte. Schlesien wies neben Böhmen das dichteste Netz an Schlössern und Herrenhäusern in Europa auf.

Mit Ausnahme von Neiße und der „Festung Breslau“ wurde Schlesien im Krieg größtenteils verschont. Nach dem Krieg wurde das Land, das zuvor von Schlesiern „befreit“ wurde, bei „Schaber“-Raubzügen der Polen ausgeplündert, angezündet und dem Feuer und Verfall überlassen. Auf diese Weise wurde alles „Fremde“ systematisch vernichtet. Letztendlich wurden alle begangenen Untaten geleugnet.

Die deutsche Pracht dieser Kulturlandschaft wurde von den Polen bewusst und gezielt zerstört. Einen größeren Kulturvandalismus und einen stärker ausgeprägten Vernichtungswillen in Friedenszeiten kann man sich nicht vorstellen.

Nach 81 Jahren des Verschweigens muss endlich die ganze Wahrheit auf den Tisch kommen. Die Aufarbeitung der Geschichte nach 1945 muss durch offizielle Gespräche mit Vertretern der schlesischen Landsmannschaft begleitet werden. Dabei sollte, dem Beispiel der Ungarn folgend, eine aufrichtige Entschuldigung für alles auszusprechen, was die Polen dem Land und seinen Bewohnern angetan haben. Alle Archive müssen endlich geöffnet und die Vor- und Nachkriegsgeschichte muss vollständig aufgearbeitet werden. Ein Pole darf die polnischen Grausamkeiten, den Terror und die Repressionen gegen alles, was deutsch war, die Härten der kalt vollzogenen Vertreibung, die Vernichtung der Kultur des Landes und den vielfach vorgekommenen Tod der Schlesier nie wieder anzweifeln!

Erst dann werde ich die Polen wieder als katholisches Volk betrachten und Polen als Land, das sich seiner Schuld bewusst ist und bereuen kann.

Alle ehemaligen Bewohner Schlesiens wurden vertrieben – egal, welcher Herkunft sie ursprünglich waren. Somit waren auch die Nachfahren der slawischen Bevölkerung Schlesiens von der Ausweisung betroffen. Zwar hat sich Polen politisch auf diese slawische Ethnie bezogen, deren Nachfahren jedoch mit gleicher Härte verstoßen. Während die Schlesier über einen Zeitraum von mehr als 1000 Jahren alle Zugewanderten unabhängig von ihrer Herkunft integriert hatten, vertrieben die Polen innerhalb weniger Monate alle Einheimischen. Nur vorübergehend wurden einige hochqualifizierte Industriearbeiter im Land gelassen, damit sie ihre Fachkenntnisse an die aus Zentralpolen heranrückenden Horden weitergeben konnten.

In Oberschlesien galten viele Slonzoki als „polonisierbar”. Nur wenn sie bei einer „Verifikation” entsprechend eingestuft wurden, durften sie in ihren Häusern bleiben. So blieb ihnen das harte Schicksal der Vertreibung aus der Heimat erspart.

Die Sieger über den deutschen Nationalsozialismus konnten nach 1945 ihren eigenen Chauvinismus frei ausleben. Eigennutz ging vor Humanismus, Menschenrechten und Gerechtigkeit. Damit konnte der alte polnische territoriale Traum von der Grenze an der Oder, der Ausdruck des polnischen „Drangs nach Westen”, verwirklicht werden!

Wenn sich die nachgeborene Generation von der Last der Vergangenheit freisprechen will, muss sie alle Fakten so akzeptieren, wie sie sich ereignet haben. In Polen muss endlich mit der Aufarbeitung der Vertreibung begonnen werden. Andernfalls wird die Schuld an die nachfolgenden Generationen weitergegeben.

Auf YouTube wird der Bericht wie folgt beschrieben:
https://www.youtube.com/watch?v=uFF_bV8JYUA

„… Und auch abseits der Metropolen machen es sich junge Menschen zur Aufgabe, die Geschichte ihrer westpolnischen Heimat zu erforschen und zu pflegen. … haben … einen ehemals deutschen Friedhof gekauft. Sie fürchteten, dass die Gräber sonst komplett zerstört würden. … „Poniemiecki“, ehemals deutsch, werden die Orte, Häuser und Alltagsgegenstände genannt, die Millionen Deutsche vor ca. 80 Jahren zurückgelassen haben. Als Hinterlassenschaften der ehemaligen Feinde waren sie nicht beliebt. Jetzt liegt ehemals deutsch im Trend. … begleiten junge Polinnen und Polen auf der Suche nach der deutschen Geschichte ihrer westpolnischen Heimat.“

Die Vorgeschichte des eigenen Wohnorts weckt natürlich das besondere Interesse all seiner Bewohner. Nur in den ehemaligen deutschen Ostgebieten ist das Interesse der Polen diesbezüglich unterentwickelt. Warum? Auf diese Weise vermeiden sie die Auseinandersetzung mit der Wahrheit über den Verlauf der Nachkriegsgeschichte und müssen sich nicht mit dem gesamten Ausmaß dessen auseinandersetzen, was sie angerichtet haben. Die kognitive Dissonanz der Polen, die sich sonst stets als unschuldige Opfer verstehen, ist enorm. Wie soll man in einem eroberten, kulturfremden Land glücklich werden? Wo man nicht hinschaut und etwas anfasst, haben andere Leute, die „verhassten” Deutschen, in jahrhundertelanger, mühseliger Arbeit aufgebaut. Die Betten haben doch zuvor andere für sich selbst eingerichtet und Generationen der „immer bösen” Deutschen haben darin geschlafen. Aus den vorgefundenen Tellern haben zuvor die Ostdeutschen gegessen.

Die „Anderen“ waren die mit dem Land verwachsenen Urgermanen, Slawen und Deutschen. Ihre Nachfahren schufen gemeinsam über Jahrhunderte hinweg eine prächtige Kulturlandschaft, erwirtschafteten Wohlstand und erbrachten außergewöhnliche wissenschaftliche Leistungen. Aus Schlesien stammen neun Nobelpreisträger. Die Ostdeutschen waren Menschen wie du und ich. Sie waren ehrgeizig und haben das große Land, in dem sie seit jeher leben, mühsam und friedlich aufgebaut. 800 Jahre sind für einen Menschen praktisch gleichzusetzen mit „immer“. Nach 200 Jahren lässt sich keine persönliche Bindung zum Vergangenen mehr herleiten.

Ich hätte die Reportage anders genannt, zum Beispiel: „Polen: Auf den Spuren der eigenen, lange geleugneten Verbrechen“.

Die Katastrophe nahm im 19. Jahrhundert ihren Anfang. Schon damals träumten die polnischen Eliten von der Neugründung des polnischen Staates mit der Westgrenze an der Oder. Mit welcher Berechtigung? Weil der Einfluss der polnischen Krone im 11. Jahrhundert bis dorthin reichte. Als Rechtfertigung hat nicht einmal das Bibel-Argument, wie in Israel, oder das ethnische Kriterium gereicht, sondern schlicht das geschichtliche „Möchte gerne”. Was für ein Beweis einer extremen, aggressiven Grundhaltung gegenüber anderen! Wie konnte Polen den Deutschen den „Drang nach Osten” vorwerfen, wenn Polen selbst den „Drang nach Westen” offen propagierte?

Ohne Rücksicht auf christliche Gebote setzte Polen nach dem Ersten Weltkrieg und in den 1930er Jahren seine eigenen Interessen durch. Unmittelbar vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und insbesondere nach 1945 verhielten sich die Polen wie die berüchtigten Hunnen. Was hätten die Polen unmittelbar nach der militärischen Eroberung der ostdeutschen Gebiete und erst recht nach dem Potsdamer Abkommen im August 1945 in den von ihnen „verwalteten Gebieten” noch Schlimmeres anrichten können? Die Folgen dieser Politik gipfelten in Entrechtung und Vertreibung mit zahlreichen Todesopfern, der gezielten Vernichtung der gesamten Kulturlandschaft, Brandschatzung, Verwahrlosung und der Vernichtung jeglichen Bezugs zu den außerordentlichen Leistungen der Erbauer und der früheren hohen Kultur dieser Region.

Schauen wir uns einige Auszüge aus der Reportage genauer an.

In Minute 19:20 wird über junge Polen berichtet, die einen alten deutschen „poniemiecki“-Friedhof vor dem Vergessen bewahren wollen. Über die dort vorgefundenen Grabinschriften wird sinngemäß Folgendes gesagt: „Mich interessieren vor allem die Schicksale der einfachen Leute: Wer waren sie? Wie haben sie gelebt?” Warum die Deutschen weg mussten, wer dies angestrebt und veranlasst hat und wie es geschah, wird an dieser und anderer Stelle des Films nicht berichtet.

Bei einem durch Nachforschungen aufgeklärten Fall aus der Geschichte einer deutschen Familie wollte eine Enkelin Sabine das Haus ihres Großvaters besuchen, wurde aber nicht hineingelassen.
Zwar hatte sie gehofft, dass die polnischen Bewohner ihr einen Blick ins Innere des Hauses ermöglichen würden, aber das gelang ihr nicht. Die deutsche Unterwerfung wird dabei sichtbar. Dass der Großvater vertrieben wurde und wie genau das geschah, wird verschwiegen. „Das ist eine Enttäuschung für Sabine, aber sie kann das Misstrauen auf polnischer Seite nachvollziehen“ (Min. 20:40). „Auch die Deutschen sind an Kontaktaufnahme nicht interessiert. Vielleicht haben sie (die Polen) Angst, dass ich irgendetwas von ihnen fordere.“ (Min. 21:10) Natürlich kam auch ein Hakenkreuz auf einem alten Tellerboden zur Sprache (Min. 22:15).

Über verlassene und vergessene Friedhöfe wird viel berichtet. Sonst ist kaum noch etwas sichtbar Deutsches übrig geblieben. Insbesondere die Gräber verstorbener Kinder aus der deutschen Zeit berühren die Menschen. Über die Verstorbenen aus polnischer Hand wird hingegen kein Wort verloren. „Der gerettete Friedhof“ … Die heutigen Polen haben also einen verfallenen deutschen Friedhof „gerettet“.

27:55 „Heutzutage haben viele schon vergessen, was die Deutschen uns angetan haben. Sechs Millionen von uns haben sie ermordet. … Viele junge Leute denken gar nicht mehr daran. Die Deutschen wissen allerdings, was sie uns angetan haben, und sie haben sich wenigstens entschuldigt. Aber wir Katholiken konnten den Deutschen verzeihen.“

Sechs Millionen von uns.“ Die Formulierung ist gut gewählt. Wer ist damit gemeint? Nur Polen oder bezieht sich die Opferzahl auf alle Bewohner des polnischen Staates aus der Vorkriegszeit? Und bezieht sich die „von uns“-Formulierung nur auf die Nachkriegspolen? Werden in der Zahl der sechs Millionen „unserer“ Opfer auch die Deutschen gezählt, die bis 1939 in Polen lebten? Immerhin zählte die deutsche Minderheit in Vorkriegspolen 1,5 Millionen Menschen. Waren darin auch die Ukrainer und Juden mitgezählt? Ich gehe davon aus, dass die volksdeutschen Opfer und die polnischen Ukrainer in dieser Zahl nicht enthalten sind. Juden aber schon. Die Polen identifizieren sich also nachträglich mit allen jüdischen Opfern und schließen die deutschen und ukrainischen Opfer aus. Warum denn das? Werden bei der Identifikation mit den jüdischen Opfern auch die von Polen in zahlreichen Pogromen ermordeten Juden während der Besatzungszeit und nach dem Zweiten Weltkrieg mitgezählt? Und werden die Opfer von Katyn mitgezählt und somit weiterhin den deutschen Tätern zugerechnet?

Die deutsche Besatzung der Resttschechei wies keine besondere Vorkommnisse auf. Erst nach dem Anschlag auf Reinhard Heydrich, der von England aus inspieriert und begleitet wurde, haben die deutschen Sondereinheiten ein Massaker in Lidice verübt. Die Nationalsozialisten stellten das Massaker in Lidice als „Vergeltungsaktion“ für das Attentat auf den SS-Führer Reinhard Heydrich war am 27. Mai 1942 von in Großbritannien ausgebildeten tschechoslowakischen Widerstandskämpfern angegriffen worden. Und trotzdem haben die Tschechen nach 1945 grauenvoll gehandelt und alle Sudetendeutschen vertrieben. In der Tschechoslowakei lag es also nicht an der deutschen Besatzungspolitik. War es in Polen wirklich anders? Spielten die alten polnischen Träume von einer Grenze an der Oder (https://de.wikipedia.org/wiki/Polnischer_Westgedanke) dabei gar keine Rolle?

Rechnen wir zusammen: Sechs Millionen Polen, sechs Millionen jüdische Opfer, 27 Millionen Russen, eine Million alliierte Militärangehörige und eine Million Opfer der europäischen und außereuropäischen Besatzung – das macht insgesamt über 40 Millionen von den Deutschen Ermordete.
Ist diese Zusammenstellung glaubwürdig? Werden da nicht ganz „zufällig” manche Opfer mehrfach gezählt? Michael Grandt erwähnte in einem kürzlich erschienenen Video-Beitrag, dass Stalin selbst behauptete, der Krieg habe sieben Millionen Russen das Leben gekostet. Anfang der 1950er Jahre bezifferten die Russen die Anzahl der russischen Kriegstoten auf zehn Millionen. Heute gilt und wird überall von über 27 Millionen gesprochen.

Wäre es nicht an der Zeit, genauer hinzuschauen, was sich vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg ereignet hat?
Bevor wir anfangen, die Opfer des Zweiten Weltkriegs aufzuzählen, schlage ich vor, die Vorgeschichte des Ersten und vor allem des Zweiten Weltkriegs neu zu hinterfragen. In seinem Buch „1939 – Der Krieg, der viele Väter hatte” hat Schulze-Rhonhof den Ablauf der Septemberkrise anhand von Dokumenten aus öffentlich zugänglichen Archiven ausgewertet. Seine Enthüllungen und Schlussfolgerungen sprengen alle gängigen Darstellungen der Geschichtsforschung. Wer sich für die Hintergründe des Kriegsausbruchs interessiert, dem empfehle ich die Lektüre dieses Buches, um sich mit der tatsächlichen Faktenlage vertraut zu machen. 87 Jahre sind seither vergangen!

Erst dann kann sich jeder noch einmal die Frage stellen, ob die Geschichte tatsächlich so abgelaufen ist, wie in den etablierten Medien dargestellt. Ein Vergleich mit dem Krieg in der Ukraine ist durchaus aufschlussreich. Auch heute wird mit gleicher Propaganda versucht, von den wahren Absichten des Westens bezüglich der Ukraine abzulenken. War es vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs und insbesondere während der Septemberkrise 1939 anders? Ja, nein, vielleicht – wie hat sich die Geschichte tatsächlich abgespielt?
Die Polen sollten vielen kritischen Amerikanern folgen und endlich alle Hintergründe der europäischen Konflikte mutig hinterfragen. Deutschenhass, wie er in Polen seit dem Ende des 19. Jahrhunderts gepflegt wird, ist eine andere Form des schlimmsten Verbrechens, das ein Volk begehen kann: ein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“.

Warum schreibe ich das? Meine klare Antwort: Aus rein humanistischer Überzeugung!


Quelltext:
https://t.me/schlesien_szlonsk/25196
https://t.me/schlesien_szlonsk/25265

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