Der Oststaat-Plan 1919

Der Oststaat-Plan ist ein Thema für sich und sollte ein anderes Mal behandelt werden. Der vertonte Text stammt ausschließlich aus dem nachfolgend verlinkten, interessanten Beitrag.

Audio-Fassung:


Am 20. April 1919 überschritt der Pole Józef Haller mit einem Teil des Stabes die polnische Grenze in Kankel (bei Lissa / Leszno, Posener Land) nachdem seine Armee Frankreich verlassen hatte. Am gleichen Tag wurde ein Telegramm des Deutschen Heimatbundes Posener Flüchtlinge, Ortsgruppe Thorn, an die Reichsregierung mit folgendem Wortlaut versendet: „Da die Polen sich an die Demarkationslinie nicht halten, fordern wir sofortige Aufhebung. Lange genug sind wir von unserer Heimat getrennt. Wir wollen unsere Scholle und unsere Familie wiederhaben, ehe noch Armee Haller unseren Feinden die nötige Munition und Waffen bringt. Was uns Rebellen durch Heimtücke und Verrat geraubt haben, holen wir uns zurück. Beschwichtigungsversuche aller Art sind zwecklos. Wir erwarten unumwundene Erklärung bis spätestens 23. April mittags, sonst handeln wir aus eigener Entschließung; das Maß ist voll.“

Der aus der Krakauer Gegend stammende Józef Haller diente vor dem 1. Weltkrieg in der sog. k.u.k. Armee (Gemeinsames Heer der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie) und lebte somit in dieser Zeit vom Österreichischem Steuerzahler. An Anfang des 1. Weltkriegs war er wieder in die k.u.k. Armee eingezogen und diente in einer polnischen Division. Er sah, wie aussichtslos der Kampf gegen Russland war und wusste genau, dass ohne die Mittelmächte kein polnischer Staat entstehen könnte. Obwohl er einen Eid auf den deutschen Kaiser leistete, kämpfte er gegen die Deutschen in der Ukraine (Schlacht bei Kaniw), als die Mittelmächte einen Polnischen und Ukrainischen Staat gegründet haben und einen Friedensvertrag mit Sowjetrussland geschlossen hatten. Später war er Befehlshaber der polnischen sog. Blauen Armee in Frankreich, die an der Seite der Franzosen gegen die Deutschen kämpfte. Obwohl die deutschen ihn wegen Kriegsverbrechen hätten verhaften können, haben sie ihn nach dem Krieg erlaubt durch Deutschland in das neu gegründete Polen durchzufahren, weil er behauptete, dass seine Armee gegen die Sowjetunion kämpfen würde. Er terrorisierte aber die Deutschen vor allem in Westpreußen und Posener Gegend.

Quellen:

Quelltext:
https://t.me/schlesien_szlonsk/26333

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