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Schlagwörter: #Aufstand, #Oberschlesien
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bhn aktualisiert.
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2026-05-03 um 8:22 Uhr #3438
bhn
AdministratorAm 3. Mai 1921 begann der vom polnischen Oberst Maciej Mielżyński angeführte sogenannte „3. polnische Aufstand“ in Oberschlesien.
Die unmittelbare Ursache war die Ablehnung des britisch-italienischen Gebietaufteilungsvorschlags (Percival-de-Marinis-Linie) durch die propolnische Seite, der drei Viertel Oberschlesiens, darunter alle Industriezentren, bei Deutschland belassen wollte.
Die polnische Regierung, welche sich formell von der aufständischen Aktion distanzierte, erteilte eine reelle Unterstützung über den speziellen militärischen Stab in Krakau, unter der Führung von General Stanisław Szeptycki, welcher den Aufständischen u. A. 18 Kanonen und über 10.000 Karabiner überwies.“ Ende April, Anfang Mai 1921 wurden aus Polen große Mengen Waffen und Munition nach Oberschlesien geliefert. Den Aufständischen wurde zugestellt:
– 7 gepanzerte Züge
– ungefähr 50 leichte Kanonen
– 40 Tausend Karabiner
– einige tausend kurzläufige Waffen mit Munition
– 160 Last- und Personenwagen
– 66 Tross Wagen
– 250 Räder
Außer der Ausrüstung zum direkten Kampf, wurde auch Geld, Lebensmittel, Medikamente und Kleidung geliefert. Summa summarum war es, nach unvollständigen Angaben, eine Hilfe im Wert von über 200 Millionen deutscher Mark. An dem Aufstand nahmen neben 800 polnischen Offizieren auch 1300 Unteroffiziere und Kadetten wie auch 7000 Soldaten aus dem regulären Dienst teil. Es wäre hinzuzufügen, dass in dieser Zahl auch hochrangige Offiziere (Majore, Generäle) waren, welche die Aufstandslogistik führten.
Das polnische Militär unterhielt seine Magazine in einigen an der Grenze liegenden Ortschaften, so in: Strumien, Dziedzice, Bedzin, Sosnowiec, Niezdarze und Herby.
Den Kämpfen schlossen sich auch Kadetten aus zwei Militärschulen an, aus Lemberg und Modlin. Es meldeten sich 120 Kadetten, aus welcher 12 in die Gruppe für Destruktion überwiesen wurden. Man darf nicht vergessen, dass die Aufständischen 18 Panzerzüge aus Polen bekamen. Noch während der Zeit vor dem Plebiszit schickte das polnische Militär zwei Panzerzüge: „Pilsudczyk“ und „Wilk“ (Wolf) nach Krakau, wo sie in Kampfbereitschaft standen.Die Verbindung wurde durch spezialisierte Formationen und Geräte des Militärs unterhalten. Es kamen gegen 500 Freiwillige aus Warschau. Neben Warschau war auch Kielce mit 400, aus den lodzker Gebieten 400 und aus Czenstochau nahmen mehrere organisierte Gruppen Jugendlicher teil. Mehrere Hundert Studenten der Lemberger Universität und des Polytechnikums verstärkten die Reihen der Aufständischen. Im III Aufstand nahmen auch viele Studenten aus Posen teil. Aus dem Krakauer Kreis fuhren ungefähr 1000 Willige zum Kampf. Aus ganz Polen kamen ab den Jahren 1919/1920 Freiwillige nach Oberschlesien. Es waren vor allem Mitglieder aus dem akademischen und militaristischen Umfeld. Sie spielten eine wichtige Rolle in der polnischen Plebiszitkampagne, aber auch in der polnischen Militärorganisation Oberschlesiens (POW), wo sie ohne Zweifel zu den Mitorganisatoren und nicht selten Befehlshabern gehörten. Ignacy Mielzynski, der Bruder von Maciej, Befehlshaber des Aufstandes im August 1919, hat sich als Freiwilliger mit 300 Mann in Sosnowiec gemeldet, wo sich direkt hinter der Grenze Soldaten und Offiziere des polnischen Militärs sammelten um in den Aufständen mitzuwirken.https://de.wikipedia.org/wiki/Aufstände_in_Oberschlesien
http://www.ubonse.de/fp-content/attachs/dr_pollok_3_schles_aufstand_1921_11_06.pdf -
2026-05-03 um 8:46 Uhr #3439
bhn
AdministratorAussage der Straßenbahnschaffnersfrau Anna Nierobich aus Gleiwitz:
„Schon am 3. Mai 1921, waren bewaffnete (polnische) Insurgenten in unsere Wohnung eingedrungen und wollten mich und meinen Ehemann mitschleppen, ließen jedoch auf unsere Bitten davon ab. Als am 2. Juni 1921 wiederum eine Anzahl Insurgenten auf meine Wohnung zukam, versteckte ich mich in dem Keller des Ebelschen Gasthauses in Gleiwitz. Die Insurgenten suchten mich jedoch, fanden mich auch … Es schlugen immer mehrere Mann zu gleicher Zeit auf mich ein … Ich wurde besinnungslos. Dann wurde ich zu Fuß nach Mathesdorf geschafft. Auf dem Wege nach Mathesdorf wurde ich auf einem Kornfelde wiederum auf die Erde gelegt. Während mein Kopf und meine Füße festgehalten wurden, schlug die übrige Horde von ungefähr 15 Mann mit Gummiknüppeln und Ochsenziemern sowie Gewehrkolben auf mich ein. Ich verlor wiederum die Besinnung. In Mathesdorf wurde ich vor dem Gasthaus von einer größeren Horde Insurgenten empfangen, an den Haaren gerissen, gestoßen und bespuckt sowie auch in den Leib getreten. Im Saale wurde ich auf einen Stuhl gesetzt und zunächst in der gleichen Weise mißhandelt. Dann wurde ich mit dem Gesicht zur Wand gestellt und sollte erschossen werden. Einer kommandierte: ,Zehn Mann vor‘ und fragte mich: ,Hast Du noch Wünsche, willst Du noch Deinen Mann vor dem Tode sehen?‘ Als ich dies verneinte, wurden ich von dem Betreffenden geschlagen, und einer rief: ,Wir werden sie nicht erschießen, sondern sie nach Sosnitza auf die Kommandatur führen.‘ Ich wurde dann nach Sosnitza zum Kommandanten geführt und kam auf dessen Anordnung in das Spital daselbst. Dort wurde ich vier Tage lang behandelt und kam dann in das städtische Krankenhaus nach Gleiwitz, wo ich weiter behandelt wurde. Im Krankenhaus brachte ich am 24. Juni 1921 auch ein Kind zur Welt, welches tot war und eine völlig gebrochene Schädeldecke hatte. Ebenso war auch das Kreuz desselben gebrochen. Ich war nämlich bereits sechs Monate schwanger.“https://dn720003.ca.archive.org/0/items/der-tod-sprach-polnisch/Der_Tod_sprach_polnisch.pdf
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