«Wir sind in einer so grossen Krise, wie es sie seit dem Krieg nicht gegeben hat», sagte der ehemalige Präsident des ifo-Instituts Prof. em. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Werner Sinn in seinem Vortrag an der Tagung zu Ehren von Lars Feld am Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) an der Universität Luzern. Deutschland sei seit 2018 zusammen mit Japan Schlusslicht der OECD beim Wirtschaftswachstum. Besonders deutlich zeige sich das im verarbeitenden Gewerbe: Seit 2018 sei die reale Produktion um 16 Prozent eingebrochen, in der Automobilindustrie um 25, im Maschinenbau um 23 und in der Chemie um 22 Prozent. Die privaten Nettoinvestitionen seien negativ. Dass der Staat sie nun mit schuldenfinanzierten Ausgaben für Rüstung und Infrastruktur ersetze, erzeuge zwar einen kurzfristigen Nachfrageeffekt, aber kein echtes Wachstum. Es handle sich nicht um eine konjunkturelle Schwäche, sondern um ein tiefgreifendes strukturelles Problem. Die Schweiz dagegen sei von dieser Entwicklung offenbar unberührt.
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