Nach einer Ahnenreise durch Schlesien

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    • #3706
      bhn
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      Unter dem Link https://t.me/schlesien_szlonsk/28446 ist ein interessanter Beitrag einer nachgeborenen Schlesierin erschienen. Ihr Vater wurde auf brutale und widerrechtliche Weise aus Schlesien vertrieben.
      In dem Beitrag wird nach Verständigung und Versöhnung zwischen den Völkern gesucht. Dies wäre ein hochgeschätzter Beitrag, dem wir zustimmen müssten. Diejenigen jedoch, die die politische Lage der deutsch-polnischen Beziehungen gut kennen, können dem gut gemeinten Aufruf nicht ohne eine vorherige Aussprache folgen. Hier ein Auszug aus dem Beitrag:
      „… ich bin zurück von meiner kurzen, sehr intensiven Ahnenreise …
      Seine Eltern waren selbst Vertriebene – polnische Vertriebene aus den Ostgebieten Polens, die an die Sowjetunion angegliedert wurden.
      Für meinen Vater war das Jahr unter den Polen – (sie kamen – zogen in die dt. Häuser ein u die dt. waren nur Abschaum, die dt mussten eine Armbinde tragen, waren Freiwild) das schlimmste Jahr seines Lebens.
      Seit heute kann ich den damaligen Hass auf die Deutschen verstehen. Sie wurden für den Verlust der Heimat verantwortlich gemacht.
      Es ist Zeit, sich mit der Vergangenheit auszusöhnen und Frieden zu schließen. …“

      Einer wahrhaftigen Versöhnung stehen die polnische Nachkriegspolitik sowie die bis heute stark antideutsch geprägte Stimmung in Polen im Weg. Damit wird der gut gemeinte und ehrenvolle Aufruf zur Versöhnung an Polen selbst abprallen. Doch auch die Schlesier haben einen bis heute unerfüllten historischen Anspruch: Sie erwarten, von den Polen als Opfer ihrer rücksichtslosen Expansionspolitik anerkannt und entschädigt zu werden.

      Dieser Punkt ist von entscheidender Bedeutung für die Gestaltung der zukünftigen deutsch-polnischen Beziehungen. Die wahren Hintergründe und das wahre Ausmaß der Vertreibung aus der angestammten Heimat, die einem Völkermord gleichkommt, dürfen nicht beiseitegeschoben werden, um endlich „Ruhe zu finden“.
      Die Deutschen haben die gesamte Verantwortung für die begangenen Gewaltexzesse und die begangenen Fälle von Völkermord anerkannt, die Opfer entschädigt und daraus weitreichende politische Konsequenzen gezogen. Demgegenüber haben sich die Polen auch 81 Jahre nach ihrer Vertreibung aus ihrer angestammten Heimat in keiner Weise entschuldigt, keinen Ausgleich gesucht und keine ehrliche Debatte zu diesem Thema zugelassen. Polen steht nach wie vor in der Verantwortung, endlich damit zu beginnen, das polnische Geschichtsbild der Nachkriegszeit zu korrigieren. Die Nachfahren der Vertriebenen haben weiterhin Anspruch auf eine offizielle Entschuldigung seitens der polnischen Politik sowie auf eine materielle Entschädigung für die erlittenen Grausamkeiten und die weiteren rechtlichen und politischen Folgen.
      Die Realität sieht jedoch wie folgt aus: Die polnische Politik ruft nach neuen Entschädigungen von den Deutschen, während die deutsche Politik keine weiteren Forderungen gegenüber den Polen stellt.
      Die andauernd geschürte extrem antigermanische Grundstimmung in Polen ist nicht von den Deutschen verschuldet. Einige diesbezüglich ausgesuchte Pressestimmen sind dem Beitrag angehängt.
      Zur postulierten „Gleichwertigkeit” des Bevölkerungsaustauschs zwischen der Sowjetunion und den nach 1945 polnisch gewordenen Gebieten verweise ich auf die zahlreichen Beiträge, die auf dieser Internetplattform lange zuvor publiziert wurden.

    • #3708
      bhn
      Forenverwalter
    • #3709
      bhn
      Forenverwalter

      Unter dem Titel „Die sowjetische Besetzung Ostpolens” (abrufbar unter https://de.wikipedia.org/wiki/Sowjetische_Besetzung_Ostpolens#Polens_Au%C3%9Fenpolitik_nach_1918) wird die Karte „Curzon-Linie und polnische Landgewinne durch Krieg und Verträge 1919–1922” unter der Adresse https://de.wikipedia.org/wiki/Sowjetische_Besetzung_Ostpolens#Polens_Au%C3%9Fenpolitik_nach_1918 eingebunden.
      Zu der politischen Bedeutung der sogenannten „Curzon-Linie” finden sich interessante Informationen unter https://de.wikipedia.org/wiki/Curzon-Linie.

      Diese Betrachtung der Ausdehnung der Lebensräume ethnischer Bevölkerungsgruppen widerspricht der Einstellung vieler Polen. Diese sind der Meinung, dass der polnische Staat 1945 seine zuvor kriegerisch eroberten Gebiete im Osten zu Unrecht verloren habe. Aus ethnischer Sicht waren die Ostgebiete nicht mehrheitlich von Polen bewohnt.

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