In Mitteleuropa gab es schon immer zahlreiche kleine ethnische Gruppen, die ihre Kultur und Sprache meist am Rande der deutschen Gesellschaft pflegten. Dazu gehören die Sorben, eine ethnische Minderheit, die in der Lausitz beheimatet ist. Bautzen, auf Sorbisch Budyšin, strotzt nur so von sorbischen Aufschriften und Kulturzentren, die auch als „wendisch“ bezeichnet werden. Die weitere Existenz der Sorben ist in Deutschland gesetzlich abgesichert. Der deutsche Staat beteiligt sich finanziell an der Weitergabe der sorbischen Sprache und unterstützt kulturelle Veranstaltungen der Sorben (https://info.sorben.com/die-sorben/). Die Sorben sind in Deutschland als nationale Minderheit anerkannt und besitzen in der Regel die deutsche Staatsangehörigkeit. Betrachtet man das Siedlungsgebiet der Sorben, so zeigt sich, dass sorbische Siedlungsraum abrupt an der Oder-Neiße-Linie endet. Sorbisches Siedlungsgebiet
Der polnische Staat hat die sorbische Minderheit nicht anerkannt. Nach der Errichtung der polnischen Machtstruktur hinter der Oder-Neiße im Mai 1945 wurde die sorbische Bevölkerung zusammen mit den Deutschen vertrieben, da sie die deutsche Staatsangehörigkeit besaßen. Die einzelnen in Polen verbliebenen Sorben wurden in das polnische Volk assimiliert.
Polen erhob sogar Anspruch auf deutsche Gebiete, die weit über die Neiße hinausreichten, und wollte die gesamte sorbisch bewohnte Lausitz an sich reißen. Dies war jedoch nicht von Erfolg gekrönt.
Weiter Richtung Osten lassen sich weitere, weniger bekannte ethnische Gruppen finden, darunter Kaschuben aus der Region Danzig, Masuren aus dem Grenzgebiet im Süden Ostpreußens, Gorale aus der Tatragegend, Lemken aus dem südlichen Grenzgebiet zwischen Polen und der Ukraine sowie Slonsoki, eine große ethnische Gruppe aus Oberschlesien.