Wege zu einem klimaneutralen Energiesystem

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    • #3722
      bhn
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      In der Studie „Wege zu einem klimaneutralen Energiesystem“ werden verschiedene Wege zum Erreichen der Klimaneutralität in Deutschland bis zum Jahr 2045 untersucht. Dabei werden gesellschaftliche und geopolitische Entwicklungen in vier Szenarien abgebildet und die Transformation des Energiesystems auf Bundeslandebene betrachtet.

      Die Studie des Fraunhofer-Instituts liefert Erkenntnisse über den erforderlichen Umfang der Energiewende sowie über technische und wirtschaftliche Methoden zur Absicherung des politisch vorgegebenen Ziels. In der Studie hat das Fraunhofer-Institut die politischen Zielvorgaben des Klimaschutzgesetzes von 2021, das die Treibhausgasneutralität Deutschlands bis zum Jahr 2045 vorschreibt, detailliert ausgearbeitet.

      https://www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/studien/wege-zu-einem-klimaneutralen-energiesystem.html

      https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_WegeKlimaneutralEnergiesystem_final.pdf

      Zusammenfassung der Studie:
      Als Schlussfolgerungen aus der Studie gelten:
      1. Das Strom- und Wasserstoffnetz muss ausgebaut werden, um Energie von Bundesländern mit hohem Potenzial an Erneuerbaren Energien in Bundesländer mit hoher Endenergienachfrage zu transportieren.
      2. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist zwingend notwendig. Insbesondere die Windenergie ist wichtiger Bestandteil und muss in allen Bundesländern ausgebaut werden. Windenergie und Photovoltaik sind die zentralen Stützen der Energiewende. In einem der untersuchten Szenarien beträgt der Anteil der Windenergie an der Stromerzeugung im Jahr 2045 60 %, der Anteil des PV-Stroms 30 %.
      3. Onshore-Windkraftanlagen sollte sich gemäß den Berechnungen bis 2030 im Vergleich zu heute in allen Regionen verdoppeln. Im Jahr 2045 wird ein Kapazitätsbedarf von Onshore- und Offshore-Windkraftanlagen von rund 290 GW ermittelt. Die installierte Kapazität an Photovoltaik sollte bis zum Jahr 2045 auf rund 420 GW erhöht werden.

      Im weiteren Szenario liegt in den Sektoren Gebäude, Verkehr und Industrie der Schwerpunkt auf der direkten Elektrifizierung. Wärmepumpen und batterieelektrische Fahrzeuge sind zentrale Technologien auf dem Weg zur Klimaneutralität.
      Bis zum Jahr 2045 steigt der Anteil an Wärmeumpen in Gebäuden auf über 50 %, im Individualverkehr werden fast ausschließlich batterieelektrische Fahrzeuge eingesetzt und der Elektrifizierungsgrad in der Industrie steigt auf 72 %. Wasserstoff und Wasserstoffderivate werden nur dort eingesetzt, wo eine direkte Elektrifizierung nicht möglich ist. Dennoch ist der Ausbau einer heimischen Wasserstoffproduktion aufgrund des zukünftig hohen Bedarfs dringend erforderlich.

      Aus technischer Sicht sind ambitioniertere Klimaziele durch eine effizientere Transformation und Energienutzung möglich. Dazu ist ein konsequenterer Ausbau Erneuerbarer Energien nötig, der zum Beispiel durch vereinfachte Genehmigungsverfahren beschleunigt werden kann. Zusätzlich wird in diesem Szenario durch Verhaltensänderungen Energie eingespart, indem bewusster und sparsamer geheizt wird, Individualverkehr hin zu öffentlichen Verkehrsmitteln verlagert wird und durch zusätzliche Investitionen zur Effizienzsteigerung der Prozesswärmebedarf der Industrie reduziert wird.

      Wasserstoff wird vor allem für Hochtemperaturprozesse und zur stofflichen Nutzung in der Industrie benötigt. In einem Szenario sollen im Jahr 2045 244 TWh Wasserstoff importiert und 126 TWh heimisch, insbesondere im Norden Deutschlands, erzeugt. Neben der Bereitstellung von Wasserstoff haben Elektrolyseure einen systemdienlichen Effekt, da sie flexibel in Zeiten mit hoher Verfügbarkeit von Erneuerbaren Energien betrieben werden. Darüber hinaus kann in Zeiten von Strommangel und Dunkelflauten Wasserstoff in flexiblen Kraftwerken zur Deckung der Stromnachfrage beitragen. Neben dem Aufbau eines nationalen Wasserstoffnetzes sind saisonale Speicherkapazitäten für H2 von 130 TWh notwendig.
      Zusätzlich können Großwärmespeicher Wärme zwischenspeichern.

      Im Stromsystem ist ein Paradigmenwechsel zu einem flexibleren Betrieb geboten. Neben dem Netzausbau und zusätzlichen Speichern kann dies durch eine flexible Nachfrage über Elektrolyse insbesondere in windreichen Bundesländern und eine flexible Spitzenlastdeckung über Gas- und Wasserstoffturbinen in industriestarken Bundesländern unterstützt werden.
      Die Differenzkosten für die Transformation im Vergleich zum Fortschreiben des heutigen Systems wurden in einem der behandelten Szenarien im Mittel über die nächsten 25 Jahre auf rund 54 Mrd. € pro Jahr. angesetzt.

      Treibhausgas-Emissionen
      Alle vier untersuchten Szenarien eint das Ziel, die Treibhausgasneutralität in Deutschland bis zum Jahr 2045 zu erreichen. Dazu werden zwei zentrale Rahmenbedingungen gemäß den Vorgaben des Klimaschutzgesetzes (KSG) festgelegt: Erstens muss das nationale CO2-Budget2 von 8 Gt CO2-Äq für den Zeitraum von 2023 bis 2045 eingehalten werden. Zweitens müssen die jährlichen Emissionsgrenzwerte des Klimaschutzgesetzes eingehalten werden. Dies erfordert eine Reduktion der CO2-Emissionen um 65 % bis 2030, um 88 % bis 2040 und eine vollständige Eliminierung der Emissionen ab 2045 im Vergleich zu den Emissionen des Jahres 1990.

      Import synthetischer Energieträger
      Zur Erreichung der Klimaneutralität können nachhaltige, also CO2-neutral produzierte Energieträger wie Wasserstoff, SynCH4 (synthetisches Methan) und SynFuel (synthetischer Flüssigkraftstoff) zukünftig eine wichtige Rolle einnehmen.

      Stromnachfrage
      Auch in der „klassischen“ Stromnachfrage sind weiterhin Einsparungen durch Effizienzsteigerungen, beispielsweise in der Beleuchtung und der Nutzung von mechanischer Energie, zu erwarten. Jedoch sind durch eine steigende Stromnachfrage in der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), durch Anstieg des Kühlungsbedarfs aufgrund steigender Außentemperaturen oder aufgrund von Verlagerungen im Verkehrssektor von der Straße zur Schiene zusätzliche Strombedarfe wahrscheinlich. Es wird daher angenommen, dass die klassische Stromnachfrage auch zukünftig auf dem heutigen Niveau von 390 TWh/Jahr verbleibt.

      Eigene Bewertung:
      Um die politisch vorgegebenen, ambitionierten energiepolitischen Ziele bis zum Jahr 2045 zu erreichen, wären umfangreiche Umbaumaßnahmen im Energiesektor erforderlich, die von tiefgreifenden gesellschaftlichen Anpassungen begleitet werden müssten. Eine politisch auferzwungene Zielsetzung dieser Art ist in der Praxis jedoch weder finanziell noch gesellschaftlich oder technisch realisierbar.

    • #3724
      bhn
      Forenverwalter

      Fraunhofer ISE: Preissimulator zeigt Einfluß von Batteriespeichern

      Fraunhofer ISE: Preissimulator zeigt Einfluß von Batteriespeichern

      https://www.solarserver.de/2026/10/01/fraunhofer-ise-preissimulator-zeigt-einfluss-von-batteriespeichern/

      Der Ausbau der Batteriespeicher wird einen erheblichen Einfluß auf die Strompreisentwicklung haben. Wie genau sie die viertelstündigen Marktpreise verändern, zeigt ein Preissimulator auf Basis der Energy-Charts des Fraunhofer ISE.

      Energiewende-Rechnung platzt: Batteriespeicher kosten Milliarden und verteuern den Strom

      „Die Zahlen machen Eindruck. Fraunhofer ISE hat anhand der realen Strommarktgebote des Jahres 2025 berechnet, was zusätzliche 20 Gigawatt Batterieleistung mit zwei Stunden Speicherdauer bewirkt hätten. (…)

      Ein aktuelles deutsches Projektportfolio von TotalEnergies und AllianzGI zeigt die Größenordnung. Für elf Großspeicher mit zusammen 1.628 Megawattstunden Kapazität werden rund 500 Millionen Euro investiert. Das entspricht etwa 307 Euro je Kilowattstunde. (…)

      Fraunhofer selbst bringt die technische Grenze auf den Punkt: „Speicher glätten den Preis, aber sie erzeugen keinen Strom.“ Zwei Stunden Batteriekapazität helfen bei täglichen Schwankungen. Bei einer mehrtägigen Dunkelflaute sind sie weitgehend leer, lange bevor Wind und Sonne wieder ausreichend liefern.
      https://t.me/EvaHermanOffiziell/236646

    • #3763
      bhn
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      Trittin: Der größte Kapitalkaputtmacher seit Beginn der Wetteraufzeichnungen

      Von Manfred Haferburg
      Die Energiewende kostet einen Durchschnittshaushalt nicht eine Kugel Eis pro Monat, sondern etwa 600 Euro pro Monat, respektive 7.150 Euro pro Jahr und über 20 Jahre gerechnet insgesamt 143.000 Euro. Sagt eine Studie von Prognos im Auftrag der KfW. Bedanken Sie sich bei Jürgen Trittin, dem größten Kapitalvernichter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. …

      https://www.achgut.com/artikel/trittin_der_groesste_kapitalkaputtmacher_seit_beginn_der_wetteraufzeichnungen

    • #3764
      bhn
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      Energiewende Desaster: mit sechs Billionen auf Absturzkurs

      Von Werner Huber
      Deutschland hält an einer Energiepolitik fest, deren Kosten immer höher steigen. Doch die irrwitzigen Ausgaben für Windräder, Stromnetze und Reservekraftwerke sind womöglich erst der Anfang. Der Absturz der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt könnte nach Ansicht von OECD-Fachleuten das gesamte Wirtschafts- und Finanzsystem erschüttern.

      https://www.achgut.com/artikel/energiewende_desaster_mit_sechs_billionen_auf_absturzkurs

      „Diese Energiewende bringt uns um“, so der Kanzler im Februar – und erklärte sie postwendend als irreversibel. Jetzt präsentierte die staatseigenen KfW-Bank die Rechnung dafür: ruinöse sechs Billionen Investitionsbedarf bis 2045. Über 300 Milliarden pro Jahr. Zusätzlich zu den schon angefallenen rund 1.000 Milliarden. Die Rechnung dürfte vorläufig sein, wie bekannte Großprojekte zeigen. …

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