Die Kaschuben (kaschubisch: Kaszëbi) sind die Nachfahren slawischer Stämme, die sich ab der Zeit der Völkerwanderung in Pommerellen niederließen. Ursprünglich lebten sie im gesamten nördlichen Raum zwischen Oder und Weichsel. Im Lauf der Jahrhunderte sahen sie sich seitens der Deutschen und Polen jedoch einem starken Assimilierungsdruck ausgesetzt, sodass sich ihr Siedlungsgebiet immer weiter verkleinerte. Ihre Kultur wurde oft belächelt und als Folklore betrachtet. Noch zu kommunistischen Zeiten bestand die Tendenz, die Gesellschaft homogener zu „gestalten”. Erst mit der Wende fand ein Umdenken statt, sodass es heute nicht mehr als Widerspruch gilt, sich sowohl als Kaschube als auch als Pole zu bezeichnen.
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2e/Kaszuby_-_grupy_lokalne.png
Die Kaschuben – Polens unbekannte Minderheit
Die Härten der Nachkriegszeit
Die kommunistische Zeit in Polen erwies sich als großes Problem. Regionalsprachen wurden nicht gefördert, ganz im Gegenteil. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Polen erstmals ein Staat, in dem keine größeren Gruppen nationaler Minderheiten mehr lebten – im Gegensatz zur Zwischenkriegszeit, als insbesondere im Osten des Landes Juden, Ukrainer und Weißrussen einen großen Teil der Bevölkerung stellten. Die kaschubische Kultur wurde von den Machthabern oft als dörfliche Folklore zur Schau gestellt. Ernsthafte Bemühungen, die Sprache und Kultur der Kaschuben zu fördern, wurden im zentralistisch und nationalistisch ausgerichteten Polen unterdrückt.