Start › Foren › Mitteleuropa › Oberschlesien › Auf der Suche nach den Toten von Patschkau › Antwort auf: Auf der Suche nach den Toten von Patschkau
Die geschichtliche Lage Polens wird als besonders ungünstig beschrieben.
„Polen, unser Nachbarland im Nordosten, eingeklemmt zwischen machthungrigen Staaten, war häufig Spielball der Geschichte und immer wieder Kriegsschauplatz.“
Dieser Einschub ist in jeder Hinsicht unsachlich, überzogen und ungerechtfertigt. Er dient lediglich der Generierung politisch korrekter Sichtweisen. Wie immer geht es darum, die Polen nicht als Tätervolk erscheinen zu lassen. Schließlich ist jedes Land „eingeklemmt“. Deutschland beispielsweise zwischen Frankreich und Russland. Über die „Einklemmung Deutschlands“ wird jedoch nie berichtet. Deutschland wird hingegen immer als Angreiferstaat dargestellt, was insgesamt gesehen in keiner Weise gerechtfertigt ist. Auch ein Verweis auf das Jahr 1939 erweist sich als fraglich, wenn man alle Umstände der Lage vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bedenkt. Und wie viele Kriege hat Polen selbst ausgelöst? Ja, den Polen wird es eben einfach verziehen, man versucht es zu verstehen. Den Deutschen hingegen nicht.
Im Mittelalter richteten sich die polnischen Expansionsgelüste auf den Süden und Südosten. Erst der innere politische Zerfall des Landes führte zu dessen Teilung. Die Teilungen Polens waren auf das politische System und die Interessenlage der polnischen Magnaten zurückzuführen. Jeglicher Hinweis auf eine aggressive Haltung Preußens ist ein Griff in die propagandistische Trickkiste. Zur Veranschaulichung der polnischen Expansion und der eingesetzten militärischen Gewalt eignet sich der vorherige Beitrag unter https://t.me/schlesien_szlonsk/26563 gut.
Leider geht der Bericht mit keinem Wort auf die politische Lage Ostoberschlesiens zwischen 1922 und 1939 ein.
In Bezug auf die Kriegsgräbervorsorge beschränkt sich der Bericht auf die Beschreibung der Ausgrabungen. Die Umstände der vorgefundenen Lage sowie die Ablehnung der polnischen Behörden gegenüber der Arbeit der Deutschen wurden zwar angesprochen, aber nicht bewertet.
„Der entscheidende Tipp kam – wie häufig – von einem Zeitzeugen, der heute über 90 Jahre alt ist. Er erinnert sich noch gut daran, wie er als Jugendlicher dabei half, die Soldaten zu begraben. Doch der Gedenkstein führte zunächst auf die falsche Fährte: Später sollte sich herausstellen, dass dieser Stein in kommunistischer Zeit versetzt worden war.“
Wir lesen also, dass seitens der polnischen Institutionen kein Interesse besteht. Vielmehr kommt eine große Abneigung gegenüber der deutschen Kriegsgräberfürsorge zum Ausdruck.
„Erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs durfte der Volksbund dort die Arbeit aufnehmen und nach ihren Gräbern suchen. … Der Volksbund arbeitete dort schon 1996/97 unter schwierigen Bedingungen.“
„Inzwischen ist alles überbaut worden. … ein Zeitzeuge, der ihm die Lage der Gräber zeigen konnte. Auf dem idyllischen Platz mitten im Wald stand ein Ausflugsrestaurant. Über den Friedhof hatte man eine Betonplatte gegossen und darauf das Restaurant gebaut. Heute erinnert daran nur noch eine graue Ruine.“

