Kontroverse über schlesische Identität im EU-Parlament

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    • #3506
      bhn
      Administrator

      AfD vs. polnischer Deutschen-Hasser! – Irmhild Boßdorf (AfD)
      15.07.2025
      In Polen leben rund 600.000 Schlesier, die systematisch aufgrund ihrer Identität benachteiligt und gegängelt werden. Irmhild Boßdorf (AfD) kritisiert das deutlich. Sofort wird sie von dem polnischen Politiker Arkadiusz Mularczyk attackiert. Doch die Quittung kommt sofort.
      https://www.youtube.com/watch?v=-esUwKtLS6Q

      Quelltext:
      https://t.me/schlesien_szlonsk/27069

    • #3507
      bhn
      Administrator

      Insgesamt war es ein sehr interessanter Meinungsaustausch. Ich werde mich dazu umfangreich äußern. Aber der Reihe nach …
      Ja, nach wie vor gibt es Stereotype im Denken und Argumentieren, Unwissen, Vorurteile, polnische Rechthaberei, keine Empathie für die Opfer der polnischen Gewaltherrschaft, eine völlige Ausblendung jeglicher Objektivität sowie eine Blockade gegenüber menschlicher Mitverantwortung.

      Das ist die politische Realität von heute. Die EU bietet eine Plattform für die Verbreitung einer nationalistischen polnischen Gesinnung zulasten der mitteleuropäischen Kultur des friedlichen Zusammenlebens. Erst der Ausgang des Ersten Weltkriegs und die Gründung des intoleranten und chauvinistischen polnischen Staates rissen Mitteleuropa aus der historisch gewachsenen Kultur der Toleranz heraus.

      https://t.me/schlesien_szlonsk/27071

    • #3508
      bhn
      Administrator

      Eine andere Frage: Ergänzend zu dem zuvor Gesagten liegt die Verantwortung für die gesamte Misere selbstverständlich auch bei den Deutschen. Allerdings wird dabei eine völlig verdrehte Argumentation herangezogen.

      Vor Jahren hielt ich einen Bericht der polnischen Kommunisten in der Hand, in dem sie den Ausgang der Willy-Brandt-Gespräche bezüglich der Anerkennung der Oder-Neiße-Linie als Staatsgrenze für den internen Gebrauch kommentierten.
      Darin bezeichneten die polnischen Kommunisten den Erfolg der deutsch-polnischen Gespräche als einen völlig unerwarteten Sieg der polnischen Position gegenüber allen deutschen rechtlichen Ansprüchen auf Ostdeutschland – ohne dafür irgendwelche Gegenleistung anbieten zu müssen.

      Brandt hat den Polen Ostdeutschland zum Frühstück serviert. Die einzige Gegenleistung, die ich damals selbst wahrgenommen habe, war die Zuspitzung der polnischen Propaganda gegen die Positionen der CDU/CSU. Ja, die SPD nahm das Angebot der Kommunisten gerne an, gemeinsam mit den Polen gegen die Widerstände der CDU und der Vertriebenenverbände im Bundestag vorzugehen – also eine linke Allianz über die Oder hinweg.

      Die SPD konnte die Abstimmung im Bundestag über das Misstrauensvotum gegen Brandt und die Ostverträge nur mithilfe gekaufter Stimmen von Überläufern für sich entscheiden. Welche Summen die einzelnen CDU-Parlamentarier von der Stasi dafür erhielten, ist heute genau bekannt.

      Die deutsche Gesellschaft hat sich also von den Polen vollkommen austricksen lassen. Die Propagandaschlacht gegen den Vertriebenenbund spitzte sich erst mit den Ostverträgen zu. Das wäre einen langen Bericht wert.

      Und heute wissen die Polen davon gar nichts mehr. Warum auch? Jahrzehntelang hat es vorzüglich funktioniert, den Deutschen die Schuld zuzuweisen und so eine Debatte über die eigene Schuld erfolgreich zu verhindern.
      Ja, so sehe ich das Problem von heute. Heute müssen wir im Schlesien-Kanal gegen die jahrzehntelang breitgetretene mediale Schummelei und die deutsche kollektive Selbstzerfleischung ankämpfen. Das ist eine wahre Herkulesaufgabe!

      https://t.me/schlesien_szlonsk/27072

    • #3509
      bhn
      Administrator

      Noch eine Ergänzung zur vorherigen Ergänzung.
      Diesmal geht es um den Inhalt der Aussage der Europaabgeordneten Irmhild Boßdorf (AfD).

      Ich freue mich über diese klare Stellungnahme zugunsten der Belange der in der Heimat gebliebenen Schlesier.
      Leider hat sich nur in Oberschlesien eine schlesisch-deutsche Minderheit erhalten. Niederschlesien wurde hingegen so gründlich ethnisch gesäubert, dass nach der Vertreibung kaum noch Niederschlesier im Land verblieben sind. Im Raum Waldenburg waren es einige Industriefachleute, die von den Polen aus wirtschaftlichen Gründen einige Jahre in ihrer Heimat gelassen wurden. Anfang der 1950er Jahre verließen die letzten von ihnen das Kohlerevier in Richtung Deutschland.

      Und wieder einmal einige ergänzende Hinweise zu Oberschlesien. Die nationale Zugehörigkeit wird nämlich nicht allein durch die gesprochene Sprache bestimmt. Vielmehr stehen hinter der nationalen Einordnung als Pole, Deutscher, Schweizer oder Spanier zahlreiche weitere nationale Charakteristika.
      In der Schweiz ist die dominante Volksgruppe deutschsprachig, genauer gesagt wird dort meist Schweizerdeutsch gesprochen. Sind die französisch oder italienisch sprechenden Schweizer also keine Schweizer mehr?
      Und wie ist es in Spanien? Sind die Basken oder Katalanen Spanier? Spanisch wird in ganz Lateinamerika gesprochen. Sind Chilenen Spanier und Kanadier und US-Amerikaner Engländer?

      Es ist armselig, die Nationalität allein anhand der gesprochenen Sprache zu definieren. Bei den Juden aus aller Welt wird die Nationalität sogar durch die Konfession definiert, die sie praktizieren. Die nationale Zuordnung ist also ein unerschöpfliches Reservoir an Vielfalt.

      Und zurück zu Deutschland: Sind Sorben Polen, nur weil Polen Sorbisch verstehen? Sind Slowenen Polen, weil Slowenisch dem Polnischen sehr ähnlich ist? Weiter: Kroaten und Serben sprechen weitgehend eine Sprache, die in Jugoslawien Serbokroatisch genannt wurde. Heute, nach der Trennung, sprechen die Kroaten wieder Kroatisch und die Serben Serbisch.

      Ist das Slonskoslawisch, auch „po slonsku“ genannt, eine eigenständige Sprache? Ja, die Polen haben es aus politischen Gründen so definiert, um auf diesem Wege Ansprüche auf ganz Schlesien zu erheben. Dabei ging es ihnen lediglich um die Aneignung des schlesischen industriellen Reichtums. Es wurde sogar behauptet, „po slonsku” sei ein polnischer Dialekt. Sind Sorbisch und Slowakisch auch polnische Dialekte?

      Ich könnte endlos weitere Fragen stellen.
      Die Nationalität wird durch viele Charakteristika vorgegeben, darunter auch durch die eigene Zuordnung.
      Zu einer Nationalität gehören eine gemeinsame Geschichte, ein gemeinsamer Kulturraum und ein offener Austausch innerhalb eines Landes über Jahrhunderte hinweg. Gemeinsame Literatur, Mentalität usw. – all das macht die Nationalität aus. Nur zur Klarstellung: Eichendorff war ein Oberschlesier und als solcher ein Deutscher.

      Und nun die Frage: Sind die in der Heimat gebliebenen Oberschlesier schlesische Deutsche oder Polen?

      Zu dieser Frage hat sich Frau Prof. Rostropowicz zuletzt kurz, aber treffend geäußert. Ihre Wortmeldung unter https://silesiaweb.net/foren/thema/prof-roztropowicz-ueber-oberschlesische-identitaet/ klärt die Frage der durch Geburt vererbten und durch das Elternhaus weitergegebenen Nationalität der in der Heimat gebliebenen Schlesier eindeutig.

      https://t.me/schlesien_szlonsk/27076

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