Nachwirkung des international verordneten Framings zur Geschichte Schlesiens

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    • #3569
      bhn
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      Angesichts der aktuellen politischen Lage halten es einige Schlesier für überflüssig, das Schicksal der Ostdeutschen mit den heute angewandten Methoden der Gewaltpolitik in Verbindung zu bringen. Ja, manche sehen manche Dinge eben anders. Das liegt möglicherweise daran, dass sonst niemand solche Vergleiche zieht – gemäß dem Motto: Nichts darf mit den Geschehnissen, die den Zweiten Weltkrieg oder die Zeit danach begleiteten, verglichen werden.
      Liegt das Problem wirklich in der Nachwirkung des politisch verordneten Zeitgeists und des medialen Framings, nach dessen Regeln eine Internationalisierung der Ursachen der Vertreibung der Ostdeutschen mit aller Entschlossenheit unterbunden werden musste? Wer den Mut aufbrachte, auf die außerhalb von Deutschland liegenden wahren Ursachen der Vertreibung hinzuweisen, wurde lange Zeit als „Revisionist” und „Unfriedenstifter” diffamiert. Bis heute werden ausschließlich die Deutschen, insbesondere die Ostdeutschen, für die grausame Vertreibung aus ihren angestammten Heimatregionen verantwortlich gemacht. Diese Interpretation der Geschichte setzt die Vorgaben der Siegermächte um, die seit 1945 in den deutschen Schulbüchern verankert sind. Insbesondere seit der Übernahme der polnischen Geschichtsinterpretation im Zuge der Arbeit der „Schulbuchkommission” in den 1970er Jahren wurde die Geschichte einseitig zu Lasten der Deutschen umgedeutet. https://t.me/schlesien_szlonsk/19999 und https://t.me/schlesien_szlonsk/23053

      Wie sieht die Lage heute aus? Eine objektive Einschätzung der heutigen Bewertung des Verlusts der Heimat lässt sich nicht aus der politisch korrekten Geschichtsschreibung ableiten. Was sich damals ereignet hat, wird erst deutlich, wenn man die auferlegte Nachrichtenbarriere überwindet und die weiterhin angewandten politisch-militärischen Methoden der „westlichen Staatengemeinschaft“ aus einem breiteren Blickwinkel betrachtet.

      Ein Beispiel für einen solchen freien, kritischen Blick ist das Interview mit Alastair Crooke mit dem Titel „Ein neues Nahost entsteht und die NATO greift Moskau an“.
      Crooke spricht darin über die Niederlage der USA und Israels sowie über den Angriff der NATO auf Moskau. Crooke ist ein ehemaliger britischer Diplomat und Gründer des in Beirut ansässigen Conflicts Forum. https://t.me/Nachrichtenwelt_TV/2146

      Ergänzend dazu können wir auch auf die fundamentale Kritik von Jeffrey Sachs im Interview „Das Projekt Großisrael bricht zusammen“ eingehen. Das Interview ist unter https://t.me/Nachrichtenwelt_TV/2153 zu finden. Sachs, der sich selbst als „amerikanischer Jude“ bezeichnet, übt darin harte Kritik an der aktuellen Politik Israels und insbesondere am Projekt eines territorial stark vergrößerten Großisraels, das vom Euphrat bis zum Nil reichen soll. Dieser Anspruch wird religiös mit dem Willen Gottes begründet, wie er im Alten Testament niedergelegt ist.

      Warum schreibe ich das? Weil ich eine große Ähnlichkeit zwischen den Bestrebungen der Polen – die unter dem Stichwort „Polnischer Westgedanke” sogar in Wikipedia erläutert werden – und dem heutigen territorialen Hunger Israels erkenne. Auch in Schlesien wurde nach 1945 von polnischen Priestern aus den Kanzeln verkündet, dass Schlesien den polnischen Neusiedlern von Gott übertragen worden sei.

      Im Vergleich zum vergangenen Jahrhundert haben sich die Methoden zur Durchsetzung politischer Forderungen und zur Erzwingung einer bestimmten faktischen Lage im 21. Jahrhundert nicht geändert. Wie die Polen mit ihren Gebietsansprüchen auf die Westukraine gezeigt haben, gilt nach wie vor das Recht des Stärkeren – sowohl im Fall der Ostukraine als auch im Fall des Libanon, Gaza und des Iran.

      Der polnische Westgedanke und seine Folgen

      Der polnische Westgedanke nach Ende des Ersten Weltkrieges

      Der polnische „Westgedanke“ nach dem Zweiten Weltkrieg (1944-1950)

      Besonders lobenswert ist Sachs‘ kritische Bewertung, dass das Projekt „Großisrael“ grundsätzlich rechtswidrig ist. Er weist auf die humanitären Folgen des Gebietsanspruchs hin. Genau auf eine ähnlich harte Kritik aus Polen warte ich seit Jahrzehnten. Auch in Polen könnte ein humanistisch geprägter Intellektueller dem seit sehr langer Zeit vertretenen polnischen Anspruch auf die Oder als Westgrenze kritisch gegenüberstehen. Eine selbstkritische Einstellung zur gewaltsamen Eroberung Schlesiens und zur rücksichtslosen Vertreibung der Schlesier ist in Polen jedoch undenkbar.

      Kein Pole hat das Format eines selbstkritischen, gerechten Betrachters. Alle polnischen Intellektuellen sind in eine nationalistisch-chauvinistische Sichtweise eingebettet. Sie kommen den millionenfachen Opfern der Vertreibung und ihren Nachfahren in keiner Weise entgegen. Polen hat überhaupt nicht das Niveau eines humanistischen Moral- und Rechtsstaats. Stattdessen stellt es weiterhin Kriegsreparationsforderungen an Deutschland, um von der notwendigen Selbstreflexion abzulenken und jegliche Kritik an der Gewaltpolitik Polens in Friedenszeiten zu unterbinden.

      Aus dem Interview von Jeffrey Sachs: „Das Projekt Großisrael bricht zusammen“ unter https://www.youtube.com/watch?v=EQoEUjC2ZHw
      5:35
      … das Gebiet des damaligen britischen Mandats hinausgeht Dieses Land soll sich so der biblische Text vom großen Fluss in Ägypten der nicht unbedingt der Nil sein muss aber manchmal so gedeutet wird bis zum großen Fluss Mesopotamiens also dem Euphrat erstrecken Manche religiösen Ideologen …

      8:35
      … ist unschön das so zu sagen aber sie vertreten eine jüdische Überlegenheitsideologie die ich als amerikanischer Jude völlig abstoßend widerlich und im Widerspruch zu 2000 Jahren jüdischer Lehre im rabbinischen Judentum empfinde Diese Menschen spiegeln nicht die Geschichte des Judentums …

      10:26
      Die eine ist eine Art Sicherheitsargument Israel könne nur als Groß Israel sicher sein Die andere ist ein religiöses Argument dass dies Gottes Wille sei und dass das jüdische Volk damit Gottes Plan erfüllt Und beide Strömungen sind heute gemeinsam Teil der israelischen Politik.

      31:01
      Ein völlig inakzeptables unmoralisches und illegales Projekt wie Groß Israel Natürlich wird es dagegen Widerstand geben und dieser Widerstand wird nicht verschwinden weil das was hier vorgeschlagen wird im Kern falsch ist Die Befürworter von Groß Israel verfolgen ein Ziel das grundsätzlich …

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