Im Galopp in den Ersten Weltkrieg

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      bhn
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      „Die Jahrhundertfrage über das Verschulden am Ersten Weltkrieg: Der Blick auf die Außenpolitik der Ententemächte vor 1914 stellt alte Weisheiten aus der deutschen Binnenperspektive in Frage. Eine Neubewertung drängt sich auf.“
      https://jungefreiheit.de/wissen/geschichte/2026/im-galopp-in-den-ersten-weltkrieg/

      Ständig tauchen neue Fakten zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs auf. In aussagekräftigen Beiträgen werden diese einem breiten Publikum zugänglich gemacht, auch wenn sie von den etablierten Medien ignoriert werden. Meine Vermutung täuscht mich wohl nicht. Die sich zuspitzende Ukraine-Krise offenbart die kriegerischen Bestrebungen der westlichen Politik und zwingt somit die Fachwelt, die als abgeschlossen geltende „alte” Geschichte erneut wissenschaftlich zu überarbeiten. Dadurch wird die Kontinuität der politischen Bestrebungen der transatlantischen Strukturen offensichtlich.

      Um die heutige geopolitische Lage nachvollziehen zu können, ist es empfehlenswert, mehr über die wahren Hintergründe des Kriegsausbruchs zu erfahren. Diese Katastrophe führte zum Untergang des Deutschen Reichs in seiner alten Fassung und ist bis heute von großer Bedeutung für die weitere Entwicklung Deutschlands und Europas. Lange Zeit war Deutschland das Zugpferd – oder, um es modern auszudrücken, der Maschinenraum Europas. Heute ist die Maschine kaputt – und damit ist auch Europa ausgebremst!

      In seinem Beitrag „Im Galopp in den Ersten Weltkrieg“ beschreibt Rainer F. Schmidt die spannenden diplomatischen Spiele jener Zeit. Wie so oft in der Politik der alliierten Mächte war auch damals alles genau geplant und vorbereitet. Und 100 Jahre lang hat es kein Fachhistoriker sehen, auswerten oder gar Schlussfolgerungen daraus ziehen wollen. Es galt die von den Alliierten verordnete Sichtweise, entsprechend dem Prinzip: „Die herrschende Geschichtsschreibung ist die Geschichtsschreibung der Herrschenden.“ Dies ist äußerst bedenklich, ja sogar verwerflich. Es gleicht einem Verrat am eigenen Land und am eigenen Volk. Was sind diese Karrieristen sonst, die das eigene Land besudeln und finanziell ausbluten lassen, nur um den Siegern zu gefallen?

      Ich habe die zahlreichen bahnbrechenden Erkenntnisse des Aufklärers Wolfgang Effenberger bisher immer aufmerksam verfolgt. Ab sofort zählt auch Prof. Dr. Rainer F. Schmidt zu dieser Reihe. Er ist ein echter Fachmann für Neueste Geschichte und kennt sich in seinem Fachgebiet hervorragend aus.

      Und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Neufassung der Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs durch die Ukrainekrise ausgelöst wurde. Wir können tagtäglich mitverfolgen, wie sich die Krise entwickelt und wie sie in den Mainstream-Medien manipulativ und tendenziös umgedeutet wird. Vor diesem Hintergrund warte ich seit Jahren auf den Beginn einer Neubewertung der Ursachen der beiden Weltkriege. Die Analogie zu den damals ausgelösten diplomatischen Spielen und den heutigen Machenschaften der Westmächte rund um die Ukraine ist enorm. Bisher hat sich kaum jemand aus dem breiten Spektrum der Frei- und Querdenker dieser Aufgabe angenommen. Der Erste Weltkrieg wird zwar gelegentlich thematisiert, doch nur von Effenberger gründlich kritisch hinterfragt. Eine ähnlich kritische Neubewertung des Zweiten Weltkriegs bleibt hingegen weiterhin aus.

      Die eingeimpfte „ewige Schuld an allem Bösen” sitzt den Deutschen so tief in den Knochen, dass sich in den etablierten Kreisen – außer der AfD – niemand traut, eine dem Westen entgegengesetzte, friedliche Position zu vertreten. Unabhängig davon zieht die Krise um die Ukraine immer weitere Kreise. Eine Neubewertung ist also unvermeidbar – ob man will oder nicht. Die deutsche Politik trägt maßgeblich zu den Feindseligkeiten und dem vorausgehenden Propagandakampf gegen Russland bei. Die bis heute andauernde eingeschränkte politische Souveränität erklärt, aber nicht entschuldigt die unfriedliche Haltung Deutschlands – trotz des 4+2-Vertrags und des verheerenden Ausgangs des Zweiten Weltkriegs.

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